Interview mit Andrea Weihe - Bogensport in Könitz

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Interview mit Andrea Weihe

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Mit Startnummer 1A in die Weltspitze

In der Vorrunde mit 1387 Ringen den eigenen Deutschen Rekord verbessert, das Finale um Bronze gewonnen - Andrea Weihe ist beim Weltcup in Porec  endgültig in der Weltspitze angekommen. "Die Startnummer 1A hat mir wirklich Glück gebracht", so die 33jährige Compoundbogenschützin vom SV Stahl Unterwellenborn. OTZ unterhielt sich mit ihr über das Turnier in Kroatien und die weitere Saisonplanung.

Gratulation zur Bronzemedaille! Wie fühlt man sich in einem Weltcup-Einzelfinale?

Ehrlich gesagt: Ich war aufgeregt wie lange nicht, das lässt sich kaum beschreiben. Während des Finals habe ich nicht viel um mich herum mitbekommen. Die Italienerin Anastasia Anastasio und ich waren immer nur 1-2 Ringe auseinander, der 112:110-Sieg stand erst mit dem letzten Pfeil fest. Das Fluidum im gut besuchten Finalstadion am Hafen war toll. Die Scheibe stand auf einem kleinen Steg und wir haben über das Wasser geschossen.

Hat Dich der Gedanke an einen möglichen neuen Rekord am Ende der Vorrunde belastet?

Nein, überhaupt nicht. Ich hatte auf der letzten Entfernung, den 30 Metern ganz andere Probleme. Eine Schützin aus meiner Mannschaft bekam plötzlich akute Probleme mit ihrem Schussablauf und konnte kaum noch richtig schießen. Der musste erstmal geholfen werden, sonst wäre auch die Teamwertung aufgeflogen. Das hat mich sogar noch ein paar Ringe gekostet.

Bereits im Frühjahr bist Du in so toller Form, was hast Du anders als 2008 gemacht?

Im Gegensatz zur vorigen Saison habe ich in diesem Winter Turniere und auch die Deutsche Meisterschaft mit geschossen. Das macht vielleicht doch den Unterschied zu 2008 aus, wo ich in der Hallensaison gar keinen Wettkampf mitgemacht habe und zu spät in Form kam. Ich hatte zuletzt öfter dieses Wettkampfgefühl und das macht wohl doch den Unterschied aus. Das brauche ich einfach.

Im Viertelfinale hast Du die Weltrekordlerin geschlagen. Wie hast Du das hinbekommen?

Vielleicht weil ich keinen Gedanken daran verschwendet habe, die Jamie van Natta überhaupt schlagen zu können. Ich habe nie geführt, nach neun von 12 Pfeilen aber nur mit einem Ring hinten gelegen. In der letzten Serie habe ich eine 30 geschossen, also alle Pfeile in die Mitte. Wir laufen vor und ich sehe, dass die Amerikanerin einen Pfeil sogar im Roten (eine Acht) hatte. Ja, und da stand ich im Halbfinale. Dort lief es auch gut, aber mir haben die Zentrumstreffer für den ganz großen Wurf gefehlt.

Wie stehst Du in der Weltcup-Wertung?

Momentan mit 18 Punkten auf dem sechsten Rang. Die beiden Weltcups in Übersee können die Compoundschützen aus Kostengründen leider nicht mitmachen, da werde ich also noch nach hinten rutschen. Aber zum ersten Mal hat es für mich eine schöne Prämie gegeben, über die ich mich schon sehr gefreut habe. Die insgesamt 1.600 Dollar vom Weltverband und von meinem Ausrüster sind eine kleine Entschädigung für den enormen Aufwand, den ich und auch meine Familie für den Sport betreiben. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei allen für die Unterstützung bedanken, die mir meine Erfolge erst ermöglichen.     

Was sagst Du zu den Ergebnissen Deiner Könitzer Mannschaftskameradinnen bei der Landesmeisterschaft?

Ich finde es toll, dass wir eine Mannschaft mit so einer konstanten Leistungsdichte in Könitz haben. Vor allem, da ist niemand aus einem anderen Verein "geborgt", wir stammen alle aus dem Landkreis.

Wie geht die Saison für Dich weiter?

Es geht Schlag auf Schlag. In einer Woche ist das erste Ranglistenturnier, Anfang Juni der Weltcup in Antalya, dann nochmal eine Rangliste. Mitte Juli findet die WM-Qualifikation für die Titelkämpfe in Korea statt, da muss dann alles stimmen. Die Weltmeisterschaft in Asien ist mein ganz großes Ziel.

Interview: Bernhard Möslein

Rechtzeitig zur Siegerehrung der Landesmeister traf Andrea in Könitz ein, wo ihr Jürgen Todtenhöfer im Namen des Vereins zu ihrem erfolgreichen Wettkampf in Porec gratulierte.

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