Der zweite Weg - Bogensport in Könitz

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Der zweite Weg

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Der zweite Weg

Markus Wachsmuth (Stahl Unterwellenborn) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurück

Gäbe es eine Wahl zum Thüringer Bogensportler des Jahres - Markus Wachsmuth vom SV Stahl Unterwellenborn    hätte  sie zweifellos gewonnen. Der 17jährige machte 2008 einen gewaltigen Leistungssprung, qualifizierte sich überraschend für die FITA-Junioren-Weltmeisterschaft und belegte in Manavgat (Türkei) als bester Deutscher den achten Rang. Die deutsche Juniorenmannschaft wurde Vierter. Zum Jahresende beim Weihnachtspokal in Schneeberg verbesserte der Recurvebogenschütze auch noch den Uralt-Landesrekord des Suhlers Peter Schäk über 18m auf 576 Ringe, wohl gemerkt bei den Männern. Für die nächste WM-Qualifikation in der Halle Ende Januar ist Wachsmuth bereits gesetzt.


Die rasante Entwicklung des in Mellenbach-Glasbach wohnenden Schülers kam für Außenstehende unerwartet, nicht jedoch für seine Könitzer Heimtrainer Gabi Möslein, Steffen Pfeifer und Abteilungsleiter Jürgen Todtenhöfer. Bei den Ranglistenturnieren des Jahres fehlte noch etwas die Konstanz, ging eine Entfernung immer daneben. Zur Deutschen Meisterschaften kostete ihn nur eine schlechte letzte Serie die Medaille. Bei der WM-Ausscheidung Ende August im Bundesleistungszentrum Kienbaum lief dann alles perfekt: Bestleistung über drei von vier Entfernungen und auch in der FITA-Runde mit 1252 Ringen. Nur zwei Thüringer überhaupt haben bisher mehr Ringe geschossen. In den Finalrunden der besten Acht untereinander machte Wachsmuth dann nervenstark die Türkei-Fahrkarte perfekt.

Die Entwicklung des Südostthüringers ist ein Beleg dafür, dass der sogenannte zweite Weg hin zu Spitzenleistungen in einer olympischen Disziplin nicht der schlechtere sein muss. Erst mit 14 Jahren kam Wachsmuth bei einem Schützenfest im Heimatort eher zufällig zum Bogenschiessen. "So groß ist das Sportangebot bei uns ja nicht. Es hat mir einfach Spaß gemacht." Sein erster Übungsleiter Helmut Acker brachte ihm in Mellenbach die Grundlagen des Sports bei. Wegen der besseren Trainingsbedingungen in Könitz wechselte der 1,70m große Fußballfan 2006 den Verein, wurde auf Anhieb Landesmeister. Auch beim Sichtungsschiessen des Schützenbundes macht er auf sich aufmerksam, war den Verantwortlichen für den Beginn einer leistungssportlichen Laufbahn an der Sportschule in Jena aber bereits etwas zu alt. Die intensive Belastung sollte auch im Bogensport möglichst schon im Schüleralter beginnen.




Trotzdem wollte Markus Wachsmuth gern an die Eliteschule des Sports. Mal waren es jedoch die schulischen Leistungen, dann ein Veto der Eltern und zuletzt die sportliche Qualifikation beim entscheidenden Ranglistenturnier, woran der Wechsel in die Saalestadt zum neuen Schuljahr letztlich scheiterte. Markus zeigte aber, angestachelt von seinen Heimtrainern, die einzig richtige Reaktion. Er trainierte erst recht fleißig weiter und schaffte tatsächlich die Qualifikation für die WM. Von da an hatte Wachsmuth richtig "Feuer gefangen".

Gut möglich, dass Wachsmuth die Trainingsbedingungen bei Nachwuchs-Bundestrainer Victor Bachmann trotzdem bald nutzen kann. Nach der zehnten Klasse möchte er möglichst in Jena eine Elektronik-Lehre beginnen, um in der Sportgruppe des Gymnasiums mit trainieren zu können. Auch denkbar ist, dass er diese Ausbildung im Stahlwerk in Unterwellenborn macht. Hauptsache, einer der hoffnungsvollsten deutschen Nachwuchsschützen bleibt in Thüringen.

-BM-      



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