9. Rasselbockturnier - Bogensport in Könitz

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9. Rasselbockturnier

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Bogenschützen im Wald zwischen Könitz und Bucha (Bernhard Möslein / 07.10.10 / OTZ)

"Halali" und "Waidmanns Heil" - zumindest symbolisch hieß es am Sonnabend wieder beim 9. Rasselbock-Turnier der Bogensparte des SV Stahl Unterwellenborn.

Das Feldbogenturnier auf dreidimensionale Tiernachbildungen im Buchholz zwischen Könitz und Bucha erwies sich erneut als Magnet. 192 Starter vor allem aus Thüringen, aber auch aus Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt begaben sich auf den in drei Schleifen angelegten Parcours. Damit wurde die bisher höchste Teilnehmerzahl aus dem Vorjahr (180) nochmals getoppt:
"Auch 220 Starter würden wir noch verkraften, aber dann wäre die Kapazität des Kurses, der Aufenthaltsräume und Parkplätze wirklich erschöpft", konstatierten die Verantwortlichen Steffen Pfeifer und Peter Fischer vom ausrichtenden Verein.

Der Bogensport auf 3-D-Nachbildungen ist ein völlig anderes Schießen als auf dem Sportplatz. Von der eher lockeren Kleiderordnung her, aber auch von den Anforderungen an die Schießtechnik und die allgemeine Kondition. Das zeigte sich in den Teilnehmerzahlen, die eindeutig von den traditionellen Bogenarten dominiert wurden. Allein 84 Starter traten mit dem Jagdbogen an. Aus edlem Holz geformt und ohne jegliche Zusatzbauteile ist dieser Bogen für unwegsames Gelände wie geschaffen. Mit zwölf Teilnehmerinnen war der Jagdbogen auch bei den Damen die beliebteste Klasse. Jüngster Teilnehmer war der erst vierjährige Richard aus Naumburg, der natürlich etwas näher an die Ziele heran durfte.


Mit vielen Helfern, die etliche Stunden der Vorbereitung in das siebenstündige Turnier gesteckt hatten, wurden 32 abwechslungsreich zu schießende Ziele im Gelände aufgestellt. Die Schwierigkeit lag oft nicht in der Entfernung zu den Schaumstoff-Nachbildungen an sich, sondern in den Licht- und Geländeverhältnissen, die das Schätzen erschwerten. Im kniffligen, jagdlich anmutenden Aufstellen ist Peter Fischer, gelernter Forstarbeiter, ein Meister seines Faches.
Der Kurs war mit 3,5 Kilometer nicht weit zu laufen, hatte aber zwischen Stand 19 und 21 einen alpin anmutenden Abschnitt. Dem stehenden Bär als steilem Bergauf-Schuss folgte eine ebenso steil bergab zu treffende Ziege. Nach weiterer Bachüberquerung ging der Kurs wieder schön den Berg hinauf.

Richard (4), der Jüngste im Feld hat alle begeistert und will im nächsten Jahr wieder an den Start gehen.

Besonderer Clou war eine Drehscheibe, bei der auf Kommando und für lediglich zwei bis drei Sekunden die volle Trefferfläche des Hirsches sichtbar gemacht wurde. Die sogenannte Hunter-Scheibe, die mit nur einem Pfeil getroffen werden musste, war eine Idee von Jürgen Todtenhöfer. Als Hydraulik-Ingenieur war der Abteilungsleiter der Bogenschützen bei dem Drehmechanismus in seinem Element. Die anfängliche Skepsis, wie diese Neuerung angenommen würde, wich schnell: Stand Nummer 13 war der Höhepunkt des 2010er Turniers, über den noch lange erzählt werden wird.

Da jede helfende Hand gebraucht wurde, konnten nur wenige Vereinsmitglieder selbst aktiv sein. Patrick Pfeifer gewann die Recurvebogenklasse der Schüler mit 422 Punkten vor Jonas Kraßnitzer (395). Toni Möbius, der vor Wochenfrist bei der Deutschen Meisterschaft des DBSV im Feld- und Waldschiessen Gold und Silber geholt hatte, kam in der Jagdbogenklasse hinter Jonas Eichhorn (Mengersgereuth-Hämmern/365) mit 353 Punkten auf Rang zwei; Florian Krauße (318) wurde Siebenter im 16 Starter umfassenden Feld. Gabi Möslein, die in der Gruppe die Schüler betreute, gewann die Damenwertung Recurve mit 327 Punkten.


Weitere Platzierungen:
Sebastian Dietrich - Sportarmbrust, 393, Platz 4
Holger Krauße  - Langbogen Herren, 148, Platz 20

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