1990 bis 1999 - Bogensport in Könitz

Direkt zum Seiteninhalt

1990 bis 1999

Unsere Chronik

Die Jahre 1990 bis 1999

1990 konnten auch die Nationalkader, zuvor bei internationalen Turnieren mit strenger Order gegen jegliche Kontaktaufnahme mit westdeutschen Bogenschützen versehen, ungezwungen an freien Turnieren im „Westen“ teilnehmen und dort durchaus mithalten. So belegte Gabi Möslein beim großen Hallenturnier in Sindelfingen Rang 2, freute sich aber vor allem darüber, die von Turnieren durchaus bekannten Sportfreunde „West“ zu treffen. Das weitere Jahr war für die Könitzer Bogenschützen von reger Reisetätigkeit geprägt. Per Bus ging es z.B. zum Hallenturnier ins bayerische Schrobenhausen oder zum fix mal ausgerufenen Ländervergleich Thüringen-Oberfranken in Hammelburg. Per Autokolonne (und mit Ölvorrat für die Zweitakter) fuhren die Könitzer zum Vereinsvergleich nach Glatt. Die Mitglieder der „BIG“ (Bogen-Interesen-Gemeinschaft) um Norbert und Waltraud Stockhus waren äußerst gastfreundlich und wissbegierig über das Leben in der DDR. Das Eis war bald getaut und es bildeten sich viele kleine Gesprächsrunden. Kein Thema wurde ausgespart: Politik, Auto, Arbeit, Versicherungen, Kindererziehung – und natürlich auch Bogensport. Gleich im Juli kamen die Schwaben mit 20 Mann zum Gegenbesuch. Mit dem Verein im Schwarzwald hielten die Könitzer noch über viel Jahre gute und enge Beziehungen.

Die für Gera geplante Bezirksspartakiade wäre aus finanztechnischen Gründen ausgefallen – wenn nicht die BSG Stahl den Traditionswettkampf kurzerhand und unkompliziert übernommen hätte. Die Schüler A-Mannschaft mit Christiane Schmidt, Andrea Weihe und Vera Todtenhöfer zeigte dabei ihr ganzes Können und erreichte mit 1827 Ringen DDR-Rekord. 20 von 30 zu vergebenden Goldmedaillen blieben in Könitz - die Stahl-Schützen waren auch bei der letzten Spartakiade nicht zu toppen.
DDR-Meisterschaften und –Oberliga wurden zwar noch durchgeführt, aber immer deutlicher war zu spüren, dass es die letzten DDR-Titelkämpfe sein würden. Christiane Schmidt erreichte in Pößneck mit 636 Ringen als Vizemeisterin der Schüler A zugleich das blaue Verbandsschild. Gabi Möslein beendete die letzte DDR-Meisterschaft in Schlema ebenfalls auf dem Silberrang. Nach einer auf zwei Oberligarunden verkürzten Saison kamen die Könitzer Damenmannschaft (Gabi Möslein, Anke Meckel, Silke Weihe) auf dem Bronzeplatz ein. Der Schüler A-Mannschaft blieb es bei den DDR-Mannschaftsmeisterschaften in Berlin vorbehalten, mit 1866 Ringen sowohl den letzten Rekord als auch mit Nr. 83 den letzten DDR-Meistertitel einzufahren.

Mit einem Turnier, zu dem aus allen Ecken der Republik 75 Schützen angereist waren, beging die Sektion ihr 30jähriges Jubiläum. Ein Beispiel für die Geschwindigkeit der Veränderungen in jenem Jahr war die Jagd- und Feldmeisterschaft in Dittrichshütte. Noch als 19. DDR-Meisterschaft von der Abteilung Bogenschiessen des neugegründeten SV Stahl Unterwellenborn übernommen und vorbereitet, war es dann Mitte Oktober nur noch eine DBSV-Meisterschaft mit Teilnehmern aus der „ehemaligen DDR“.


Während die westdeutschen Bogenschützen seit 1958 im Deutschen Schützenbund zusammen mit anderen Schießdisziplinen organisiert sind, wollte die Mehrheit der ostdeutschen Bogenschützen damals die Eigenständigkeit der Sportart in einem separaten Verband bewahren. So begann im März 1991 mit der Gründung des gesamtdeutschen DBSV eine Zweigleisigkeit der Sportart und auch für die Könitzer Bogenschützen, die bis heute anhält.


Die Bezirksmeisterschaften Gera gingen nun in den Thüringer Landesmeisterschaften auf, bei denen die Bogenschützen aus Könitz aber weiter eine dominierende Rolle spielten. Die Premiere der Freiluft-LM richtete Könitz aus. Der Gemeindepokal an gleicher Stelle mit Gästen aus dem oberfränkischen Raum und Hessen erlebte seine zehnte Auflage, begleitet vom Sieg der Damenmannschaft mit Gabi Möslein, Anke Meckel und Denise Knirsch und einer erstmals über 1000 Ringe schießenden Andrea Weihe.


Die Reiselust war noch nicht gestillt, so ging es u.a. wieder nach Schrobenhausen, nach Kronach und zu einem Turnier nach Stapelfeld bei Hamburg. Mit den Norddeutschen verbindet die Könitzer bis heute enge Bande.


Höhepunkt des Jahres war aber die Ausrichtung der DBSV-Meisterschaft für die Altersklassen der Senioren. Spezielle Altersklassen im Verband ab 45 Jahren – das war neu und lockte so manch Älteren, der sich nicht mehr mit viel Jüngeren sportlich auseinandersetzen wollte, wieder an die Schützenlinie. Rund 50 Starter aus dem angestammten DBSV-Gebiet, dazu Teilnehmer vor allem aus NRW und Baden-Württemberg gaben sich im September ein Stelldichein. Die westdeutschen Sportfreunde wollten wie gewohnt ihre Schutzzelte aufbauen und staunten nicht schlecht über das große Dach. Heinz Neumann erfreute die Ausrichter mit Silber in der „Ü45“. Die gleiche Plakette holten sich die Damen Gabi Möslein, Anke Meckel und Vera Todtenhöfer bei der Premiere einer gesamtdeutschen DBSV-Meisterschaft in Bonn. Vera sicherte sich in Krefeld zudem noch den Titel bei den Juniorinnen mit 1139 Ringen. (Bild 16)

Bild 16
1991 – Zweite bei der 1. „Gesamtdeutschen“ des DBSV in Bonn:
Anke Meckel, Gabi Möslein, Vera Todtenhöfer


Meisterschaften und Turniere – das waren in dieser Zeit immer auch Ausflüge mit ausgedehntem Kulturprogramm, oft mit gechartertem Bus und gemeinsam mit anderen Thüringer Sportfreunden. Von der DBSV-DM 1992 in Düsseldorf kamen Denise Knirsch und Vera Todtenhöfer als Sieger zurück. Zu Himmelfahrt ging es über viele Jahre immer zum Turnier nach Weitenhagen bei Greifswald. Mit 24 Teilnehmern reisten die Könitzer im Juni zum FITA-Stern-Turnier nach Luftenberg in Oberösterreich und kehrten mit sieben Sternen zurück: Die schwarze Plakette holten Steffen Pfeifer, Jürgen Zahn, Annett Schröder und Vera Todtenhöfer, den einfachen Stern gab es für Andrea Weihe, Denise Knirsch und Matthias Schumann.

Der Landessportbund erkannte Könitz in diesem Jahr als einziges Thüringer Leistungszentrum für Bogensport an. Auf dem Platz wurden nun die Trainingslager des Thüringer Bogensport-Verbandes, aber auch Jugendtrainingslager des DBSV abgehalten – das Sozialgebäude bot dafür beste Seminar- und preiswerte  Übernachtungsmöglichkeiten. Auch in der Region selbst wurde etwas für die Popularität des Bogensports getan. So war z.B. das 1. Schützenfest mit 200 Teilnehmern ein „voller Erfolg“, wie Bürgermeister Bernfried Ensenbach damals konstatierte.  
(Bild 17)


Bild 17
1992 – Teilnehmer der Vereinsmeisterschaften

Und endlich waren die Bogenschützen auch wieder international angebunden. Neben dem Europamanager der amerikanischen Pfeil-Firma Easton gab sich auch der 1988er Olympiasieger Jay Barrs (USA) mit seinem Seminarprogramm in Könitz die Ehre. Die Veranstaltung ermöglicht hatte Jürgen Todtenhöfer mit seiner mittlerweile gegründeten Firma Black Flash. Den Ausführungen über seinen Olympiasieg, über sein Training sowie das Abstimmen von Pfeilen lauschten Zuhörer aus dem gesamten Bundesgebiet.


Der BSV Könitz wird gegründet


Ab 1993 ging die Vereinsabteilung als Bogensportverein (BSV) Könitz mit damals 50 Mitgliedern eigene Wege – wie etliche andere Sparten des SV Stahl damals auch. Vorsitzender des Vereins blieb Jürgen Todtenhöfer, als Stellvertreterin fungierte Gabi Möslein. Damals freute sich der Bürgermeister, selbst Vereinsmitglied, dass die Erfolge der Bogenschützen endlich den Namen hinaustragen, wo auch die Grundlagen dafür geschaffen werden – in Könitz.


Der Gemeindepokal näherte sich mit 90 Startern der 100-Teilnehmer-Grenze, die Damen Gabi Möslein, Annett Schröder und Vera Todtenhöfer holten den „Pott“. Zwei Tage vor ihrem 17. Geburtstag erreichte Vera in Luftenberg 1224 Ringe und damit souverän die Norm für den blauen FITA-Stern. Die junge Dame gewann 1993 den Juniorentitel der DBSV-DM in Trier wie auch Yvonne Nikolaus in der Jugendklasse. Die Thüringer Delegation nutzte die Ferienzeit, fuhr zwei Tage eher an den Rhein und besichtigte Rüdesheim, das Niederwald-Denkmal, das Deutsche Eck und die Mosel. Der Deutsch-Französische Jugendaustausch führte die Thüringer Nachwuchsschützen in jenem Jahr auch nach Boe in Südfrankreich.


Im Gründungsjahr stand dem Verein mit den DM (DBSV) der Damen und Herren gleich ein großer Wettkampf ins Haus. Dafür wurde mit kommunaler Hilfe und aus Mitteln des Thüringer Sozialministeriums das 1988 erbaute Sozialgebäude des Vereins gründlich renoviert, mit einer Zentralheizung versehen und der Sanitärtrakt behindertengerecht ausgebaut. Übergeben wurde das Gebäude mit der Landesmeisterschaft der Behinderten.

 
Die Meisterschaft – der Grand-FITA-Modus wurde mittlerweile durch Finalschiessen ersetzt – brachte Ausrichterjubel über Rang 2 durch Anke Meckel im Finale gegen Susi Arndt (Rostock) und Bronze durch Gabi Möslein. Meisterschaften gab es nun auch mit dem Compoundbogen, bei dem die Könitzer allerdings noch keine Rolle spielten. Die DM brachte aber auch völlig unterschiedliche Auffassungen zwischen „Ost“ und „West“ zutage, wie zackig und straff solch eine Meisterschaft durchgeführt und umrahmt werden sollte. Für die Ausrichtung wurde dem BSV Könitz die Verdienstplakette des LSB verliehen – so daneben kann der Verein also nicht gelegen haben.


Die Damenmannschaft des BSV mit Gabi Möslein, Anke Meckel, Vera Todtenhöfer und Annett Schröder belegte bei der Sportlerwahl des Kreises Saalfeld den ersten Rang.
Jürgen Todtenhöfer erhielt Anfang 1994 die GutsMuths-Medaille des LSB in Bronze überreicht. Der BSV stellte sechs Nachwuchs-Landeskader. Yvonne Nikolaus und Vera Todtenhöfer wurden von der Thüringer Sporthilfe ausgezeichnet und unterstützt; Stefan Vedder (U12), Yvonne Nikolaus (U14) und Vera (U18) gewannen ihre Altersklassen bei der Hallen-DM (DBSV) in Leverkusen. Und wieder ging die Reise nach Luftenberg zum Sternturnier – diesmal sicherte sich Anke Meckel den blauen Stern mit 1221 Ringen. Auf dem Könitzer Platz wurde der 13. Gemeindepokal mit erstmals über 100 Startern sowie der Verbandspokal der Jugend ausgerichtet. Der BSV präsentierte den Bogensport bei mehreren Kinder- und Familienfesten, so beim Indianerlager auf dem Sportplatz, dem Challenge Day in Rudolstadt, zur Eröffnung des Kinderfreizeitzentrums in Gorndorf oder bei den Waldjugendspielen. Bei einigen dieser Veranstaltungen wird bis heute mit dem Bogen geschossen. 1994 hatte auch das Sportarmbrustschiessen im Verein Hochkonjunktur. Zwei Könitzer Vertretungen nahmen Ende des Jahres am 24-Stunden-Turnier in Rüsselsheim teil – eine ganz besondere Herausforderung.

Andrea Weihe wechselte in der Wintersaison die Bogenart und konnte 1995 bereits erste Erfolge mit dem Compoundbogen feiern. Beim VII. Pößnecker Hallenturnier gewann sie mit 529 Ringen vor den besten Männern – das sollte bald keine Außergewöhnlichkeit mehr sein. Die Pößnecker Sportfreunde um Axel Ziegengeist gewährten übrigens den Könitzern in der Hallensaison vor Wettkämpfen immer mal ein Gasttraining, da die Schulturnhalle in Könitz kein Training übe 18m zuließ.


Gern besucht wurden auch immer die Jagd- und Feldturniere im „Tal der kleinen Lichte“ vor Neuhaus, in jenem Jahr als Landesmeisterschaft. Mit der „1. Könitzer Waldrunde“ – so hieß das Turnier auf dreidimensionale Tiernachbildungen damals im Juni 1995 - baute sich der Verein neben dem FITA-(Sportplatz-)Schiessen ab 1995 eine zweite Sparte auf. So mancher Sonntagsspaziergänger im Buchholz staunte nicht schlecht über die lebensgroßen Tiere wie Bär, Hirsch oder Wildschein. 26 Teilnehmer aus neun Vereinen waren bei der Premiere dabei. Kaum vorstellbar bei der heutigen Dimension mit einem bei 200 Startern festgelegten Anmeldeschluss.


Nun waren es schon 35 Jahre Bogensport in Könitz – begangen wieder mit einem kleinen Preisgeldturnier. Geschossen wurde auf 50 Meter mit größerem Spiegel (122cm) und 30 Meter mit kleinerer Auflage als üblich (60cm). Alle Gäste und Mitglieder – auch ehemalige – wurden mit einem vortrefflichen kalten Buffet bewirtet und so saß man noch lange gemütlich unter dem Sportplatzdach zusammen.
Bei den DBSV-DM in Detmold belegte Anke Meckel auf Rang 3. Bereits im Oktober 1995 folgte die zweite Auflage des 3-D-Turniers im Buchholz. Es kamen 50 Schützen und der BSV hatte die Gewissheit: Diese Sparte besitzt Zukunft.


Die Unentwegten fuhren wieder zum 24-Stunden-Turnier in die Opel-Stadt. Im November zielte eine kleine Könitzer Mannschaft auf Golfbälle. In Hammelburg wird die Tradition gepflegt, auf den abgeernteten Auen der fränkischen Saale in 150 bis max. 600 Metern befindliche Golfbälle spätestens mit dem siebenten Pfeil zu treffen.


1996 zu Pfingsten wurden die Sportfreunde in Glatt zu deren Luchs-Turnier besucht. Es gab tolle Andenken und Preise, die Vereinschef und Kunstmaler Norbert selbst kreiert hatte. Und endlich, nach mehreren vergeblichen Anläufen, schießt auch Steffen Pfeifer seinen blauen FITA-Stern: 1225 Ringe in … Luftenberg.


Der 15. Gemeindepokal atmete internationales Flair: Der designierte Olympiateilnehmer von Atlanta Jacek Maciaszek (Polen) erreichte mit 1294 Ringen Platzrekord, mit dem Compound duellierten sich die beiden WM-Teilnehmer Markus Groß und Rainer Voß (beide Berlin). Mit Agnieszka Rypien gewann eine zweite Atlanta-Kandidatin bei den Damen.

Eine Tradition wurde wiederbelebt: Bei den Landesjugendspielen in Erfurt schwebte ein klein wenig „Olympischer Geist“ über das Turnierfeld. Das Ansinnen des LSB, mehr zu bieten als nur An- und Abreise und Wettkampf wurde besonders bei diesen 2. Spielen mit einem umfangreichen und von den Kids als „cool“ eingestuften Rahmenprogramm auch erfüllt. Bei den erstmals integrierten Bogenschützen gewann der BSV drei Titel. Die Ostthüringer Zeitung schrieb: “Die tragische Figur des Turniers war Stefan Vedder, der in der U14 führend wegen einer Zerrung leider aufgeben musste. Für ihn sprang Frank Hölzer in die Bresche und gewann mit 1125 Ringen. Die beiden anderen Könitzer Titel gingen auf das Konto von Johannes Hönger in der ‚Zwergenklasse‘ U10 und Stefan Baumann in der U12.“   (Bild 18)





Bild 18
1996 – Frank Hölzer

Bei den Landesmeisterschaften in Könitz errang der Gastgeber sieben Titel, Andrea Weihe übertraf dabei erstmals die 1200er-Marke (1205). In der Hallensaison 1996/97 erklomm Andrea das nationale Treppchen und wurde bei der DBSV-DM in Weil der Stadt mit 547 Ringen Dritte. (Bild 19)


Bild 19
1997 – Nadine Kelm bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft


Wenig Veränderungen brachte die Jahreshauptversammlung des BSV im März 1997: Vereinsvorsitzender blieb Jürgen Todtenhöfer, als Stellvertreter fungierte Frank Hauschild; weiter gehörten Anke Meckel (Finanzen), Gabi Möslein (Jugend) sowie Bianca Jäger zum Vorstand. Die Mitgliederzahl des Vereins hatte sich auf 70 erhöht.


Bei der DBSV-Jugendmeisterschaft in Dessau gewann die Mannschaft mit Frank Hölzer, Stefan Baumann und Stefan Vedder Gold. Das fand auch im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Anerkennung und wurde mit dem zweiten Platz bei der Sportlerumfrage des Jahres belohnt. Leider verlor der BSV damals Stefan Vedder durch berufliche Veränderung der Eltern nach Hessen. Beim Aufstiegsturnier in Jena qualifizierte sich die Könitzer Recurvemannschaft für die DBSV-70m-Bundesliga. Anke Meckel wurde als Sportlerin des Jahres im Landkreis ausgezeichnet und gab zu Protokoll, was ihr am Bogensport so gefällt: „Hier fallen Tatsachenentscheidungen und ich kann mein Resultat selber bestimmen. Kein Kampfrichter kann durch subjektive Entscheidungen mein Ergebnis negativ beeinflussen. Außerdem kann ich selbst lange aktiv bleiben und habe so Kontakt zu verschiedensten Altersgruppen.“


1998 nahm der BSV am thüringenweit ersten Ski Arc-Turnier in Steinbach-Hallenberg teil. Die Kombination aus Skilanglauf und Bogenschiessen war attraktiv, kam international aber über den Status eines Demonstrationswettbewerbs vor Olympia nie hinaus. In der DBSV-Bundesliga kam Könitz schwer in die Gänge. Das Heimturnier mit einem Sieg gegen Titelverteidiger Schwedt/O. bedeutete jedoch die Wende zum Guten. Bei der Endrunde in Opladen verbesserte sich die von Carsten Kühn betreute Mannschaft noch auf Rang 9 im 16er-Feld und – nicht ganz unwichtig – überholte durch den Derbysieg noch den Nachbarn aus Jena. Das wurde am Jahresende sogar mit Platz 1 bei der Kreis-Sportlerumfrage honoriert. (Bild 20)

Bild 20
1998 – Das Bundesligateam


Etwas durchaus Besonderes stellte die DBSV-Meisterschaft der Damen und Herren im Zentralstadion in Leipzig dar. In der riesigen Betonschüssel, die kurz darauf zum WM-Stadion für 2006 umgebaut wurde, verteidigte Anke Meckel ihren Damentitel mit 1199 Ringen, Andrea Weihe kam bei den Compound-Damen mit 1262 Ringen auf Rang 4. Mit einem Fächerschuss auf 18m, der eine Fontäne auslöste, eröffneten Anke Meckel, Andrea Weihe gemeinsam mit dem Suhler Peter Schäk als Thüringer Topschützen den Thüringer Landessportball.


Das Jahr 1999 sollte für Andrea Weihe endgültig den nationalen Durchbruch bedeuten. In der Halle schon DBSV-Vizemeisterin und Turnier-Seriensiegerin, steigerte sich Andrea bei der Freiluft-DM im ostwestfälischen Attendorn bei Traumwetter auf die Traum-Ringzahl von 1301 Ringen und wurde erstmals Meisterin. Mit diesem Ergebnis rückte sie auch in den Kandidatenkreis für die Nationalmannschaft auf.

Zurück zum Seiteninhalt