1980 bis 1989 - Bogensport in Könitz

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1980 bis 1989

Unsere Chronik

Die Jahre 1980 bis 1989

Das Wettkampfgeschehen wurde immer vielfältiger, auch für die Schüler wurden 1980 DDR-Hallenmeisterschaften ausgetragen. Bei der Premiere in Sondershausen gewannen Antje Lahr (Schüler A) und Claudia Althans (Jugend) Bronze. Bei der IX. Bezirksspartakiade in Gera standen Anje Lahr, Mike Tschernoschek (Schüler A) sowie Carolin Isler und Hanno Müller (Jugend) auf dem Siegertreppchen. Die beiden Jugendlichen erzielten 1980 noch mehrere DDR-Rekorde. Mike Tschernoschek holte sich in Berlin mit 636 Ringen auch den DDR-Titel der Schüler A. Die DDR-Meisterschaften in Jena sahen Jürgen Todtenhöfer auf Rang 11.

Ja, 20 Jahre gab es die Sektion dann schon. Der damalige Artikel in der Hüttenzeitung zählte bis dahin bereits über 60 DDR-Meistertitel. Das Jubiläum wurde im Juni mit einem international besetzten Turnier begangen. Die polnischen Partnervereine aus Masowze Teresin (bei Warschau) und Kmita Zabierzow (bei Krakow) sowie die DDR-Spitzenvereine gaben sich ein Stelldichein.


1981 wurde Carmen Thalmann DDR-Vizemeisterin in Schlema und erreichte im gleichen Jahr mit 1208 Ringen als erste Könitzerin den blauen FITA-Stern. Jürgen Todtenhöfer wurde Vierter. Steffen Pfeifer verdiente mit Rang 6 bei den Schülern B bei der DDR-Meisterschaft in Strausberg seine ersten Sporen, wurde Bezirksmeister wie auch Ilona Frenzel, Antje Lahr und Mike Tschernoschek.


Jürgen Todtenhöfer erreichte bei den DDR-Meisterschaften 1982 auf dem Possen bei Sondershausen in der doppelten FITA-Runde über zwei Tage auf 2335 Ringe und holte sich damit die Bronzemedaille. Nach 16 Jahren wurde Jürgen bei dieser Meisterschaft aus der Nationalmannschaft verabschiedet und schoss kurz darauf mit 1202 Ringen bei einer Ligarunde in Jena ebenfalls den blauen FITA-Stern. Die Bezirksspartakiade in Gera endete mit Gold für Steffen Pfeifer (A), Antje Lahr und Carsten Kühn (Jugend). Ilona Frenzel wurde in Neubrandenburg DDR-Meisterin der Schüler A.

1984 holte sich Silke Weihe den DDR-Hallentitel der Schüler B in Strausberg. Bei der XI. Bezirksspartakiade in Gera gewannen Sandro Stuckert und Andrea Neumann (Schüler A) sowie Matthias Esselbach (Jugend). Ein kleines Abenteuer war die Spartakiade in der Bezirkshauptstadt immer noch: Oft erstmals ohne Eltern von zu Hause weg, Anreise per Zug in der großen Gruppe, Übernachtung in Schulturnhallen, ewig lange Straßenbahnfahrten … Die Geschichten von damals kursieren heute noch. Die Kreisdelegation Saalfeld belegte in der Punktewertung Bogenschiessen wieder überlegen den ersten Platz. Die Schüler A-Mannschaft mit Einzelmeister Michael Franke, Sandro Stuckert und Thomas Rößler gewann in Heiligenstadt Mannschaftsgold. Die Könitzer Andrea Neumann, Sandro Stuckert und Michael Franke erfüllten 1984 auch die Norm für das DBSV-Verbandsschild (den „FITA-Stern für den Nachwuchs“).

Die Sektion nahm 1984 an den polnischen Meisterschaften von Krakow teil und konnte da schon auf zehn Jahre Clubbeziehungen zurückblicken. „Unsere Hütte“ schrieb zu diesem Anlass: „An der Meisterschaft beteiligten sich alle Clubs der polnischen Liga und die Nationalmannschaft, insgesamt 220 Wettkämpfer. Bei stürmischem und teilweise regnerischem Wetter erreichte von unserer zehnköpfigen Delegation Jürgen Todtenhöfer auf Rang 15 die beste Platzierung. Wichtiger jedoch als alle Platzierungen, so Todtenhöfer, ist für uns die Sammlung von neuen Erkenntnissen. Die polnischen Trainer haben allen Fragen gegenüber ein offenes Ohr und standen uns mit Rat und Tat zur Seite. Immerhin gehören ihre Schützen zur Weltspitze und dieses Turnier ist für uns die einzige Möglichkeit, direkten Kontakt mit solchen Sportlern zu bekommen.... Besonderer Dank dem Sportfreund Wolfgang Kurzer für seinen Einsatz als Dolmetscher der Delegation.“ Die Wettkämpfe mit den Nachbarn waren auch immer eine rege Tauschbörse zum gegenseitigen Vorteil. Der sog. „Polen-Hoyt“-Bogen war preiswert, gut und deshalb hierzulande äußerst begehrt.

1985 wurde Heinz Neumann in Berlin mit 559 Ringen DDR-Hallenmeister. Zum 25jährigen Jubiläum der Sektion richtete Könitz vom 30.05.-01.06.1985 zum dritten Mal die DDR-Meisterschaft der Senioren aus. Obwohl immer ein wachsames Auge über Druck und Vervielfältigung herrschte - ein Programmheft zur Meisterschaft mit der Vorstellung des Org.-Büros, Zeitplan, Startliste, Rekorden und bisherigen Meistern gab es immer, auch 1985. DDR-Meisterin bei den „XXVII.“ wurde Gabi Möslein aus Strausberg, die ein Jahr darauf als DHfK-Studentin im Fachbereich Bogenschiessen ihr Praktikum beim DTSB-Kreisvorstand in Saalfeld begann und ab 1987 die Trainingsarbeit im Verein aufnahm.
Silke Weihe holte sich in Eisenach mit 634 Ringen den DDR-Meistertitel der Schülerinnen A. „Unsere Hütte“ kommentierte damals: „Obwohl sie erst in diesem Jahr in die AK 12/13 und damit zu größeren Weiten überwechselte, erreichte sie zum richtigen Zeitpunkt ihre Topform. Ihr Sieg ist umso bemerkenswerter, da sie praktisch vom ersten Pfeil an in Führung lag und diese trotz hoher Temperaturen zu behaupten wusste.“ Carsten Kühn sicherte sich mit 1176 Ringen in Zittau den Titel bei den Junioren, auch die Mannschaft mit Kühn, Mathias Esselbach und Steffen Pfeifer gewann. Die Oberligamannschaft mit Jürgen Todtenhöfer, Heinz Neumann und Carsten Kühn belegte als Neuling Rang 4 in der vier Turniere umfassenden Serie.

Die Könitzer Bilanz nach 25 Jahren: 71 DDR-Meistertitel, 41x den bestehenden DDR-Rekord verbessert, 22 FITA-Stern-Träger. Bereits 1985 wurde die Ausrichtung des Internationalen Turniers der sozialistischen Länder in Könitz 1988 und der Ausbau der Sektion zum Trainingsschwerpunkt des Bezirkes Gera abgesteckt. Das Jahr endete mit dem 75. Meistertitel für die Sektion, den Carsten Kühn bei der DDR-Meisterschaft im Jagd-und Feldschiessen in Finsterwalde holte. 1986 legte Carsten Kühn gleich nach und verbesserte mit 557 Ringen den DDR-Juniorenrekord in der Halle. (Bild 11)




Bild 11
1985 – Carsten Kühn bei den
Hallen-
meisterschaften in Berlin       
      

Bild 12
1987 – Gisela Todtenhöfer mit ihren Schützlingen

Könitz gewann mit Heinz Neumann, Jürgen Todtenhöfer und Carsten Kühn in Jena den Thüringenpokal, wobei Heinz Neumann mit 1204 Ringen ebenfalls die Norm für den blauen FITA-Stern erfüllte. Die drei Herren sorgten auch dafür, dass der Gemeindepokal in Könitz blieb.

Der Sieg in der Kreiswertung bei der Bezirksspartakiade ging mit 157 Punkten bei 9xGold, 10x Silber und 6xBronze wieder nach Könitz, Kirsten („Krümel“) Baier war mit drei ersten Platzen in der AK 12/13 die erfolgreichste Teilnehmerin. Die Bogenschützen wurden mehrfach als „Vorbildliche Sektion des DBSV“ ausgezeichnet. Das wurde keineswegs durch „Punktehascherei“ erreicht, sondern durch wirklich gute Ideen. So wurde in Könitz das „Turnier der Jüngsten“ für die kleinen Talente, der DBSV-Verbandspokal für die Bezirksauswahlmannschaften in den Nachwuchsklassen und auch der Thüringenpokal für den Nachwuchs aus der Taufe gehoben. Anderen Vereinen wurde gern beim Aufbau anderer Sektionen geholfen, so zu der Zeit z.B. in Lichte oder Rudolstadt. Diese Hilfsbereitschaft hält bis heute an.


Carsten Kühn, gerade von den Junioren in die Herrenklasse aufgerückt, gewann 1987 bei DDR-Hallenmeisterschaften in Hennigsdorf – mittlerweile hat das Finalsystem im Bogensport Einzug gehalten – die Goldmedaille. Bei der Premiere des Verbandspokals in Könitz holte Michael Franke in der Jugend den einzigen Einzelsieg für den am Ende drittplazierten Bezirk Gera. Jürgen Todtenhöfer, Carsten Kühn und Heinz Neumann sicherten sich bei der 4. Oberligarunde in Könitz Silber und damit die erste Medaille für die BSG in der Herren-Oberliga. Bei den DDR-Meisterschaften der Schüler in Strausberg tauchte die später so erfolgreiche Andrea Weihe als Viertplazierte der Schülerinnen B erstmals in den Ergebnislisten auf. Das Schüler A-Trio Mareike Müller, Nicole Bock und Andrea Neumann gewann Silber. (Bild 12)
Die nun auch für Könitz startende ehemalige Strausbergerin Gabi Möslein wurde für ihren neuen Verein in Grevesmühlen gleich DDR-Meisterin im Jagd- und Feldschiessen und verbesserte zum Beginn der Hallensaison den DDR-Rekord der Damen über 2x18m auf 566 Ringe.


1988 begannen schon die Nachfahren der Vereinsgründer, die Erfolge fortzusetzen: Vera Todtenhöfer wurde in Burg DDR-Hallenmeisterin bei den Schülerinnen B. Die Männer eroberten beim Dauerrivalen in Jena den Thüringenpokal. In der Rubrik „Blickpunkt“ der Volkswacht für die Spartakiaden in Kreis und Bezirk wurde die 12jährige Andrea Weihe so vorgestellt: „Die Könitzerin startet in diesem Jahr erstmals in der AK 12/13 und holte bei den DDR-Meisterschaften in der Halle bereits die Silbermedaille. Durch fleißiges, zielstrebiges Training sicherte sich die Schülerin der Werner-Seelenbinder OS auch beim 1. Freiluftwettkampf des Bezirkes die führende Position. Nun bereitet sie sich intensiv auf die 23. Kreisspartakiade vor. Wünschen wir Andrea viel Erfolg – weiter so!“ In welchem Maß das später Wirklichkeit werden sollte, ahnte damals wohl noch niemand.
Die Mannschaftswertung auch bei der letzten Bezirksspartakiade ging an die durch Könitz gestellte Saalfelder Auswahl. Für die Bezirksauswahl Gera stellte Könitz sechs von acht Schützen und gewann in Bad Kleinen den Verbandspokal (Vera Todtenhöfer, Andrea Weihe, Mareike Müller, Nicole Bock, Mike Schober und Michael Franke). Beim Gemeindepokal zeugten je fünf DDR-Rekorde und FITA-Sterne von den guten Bedingungen in Könitz. Bei den DDR-Meisterschaften des Nachwuchses gewannen Andrea Weihe (Schüler A) in Müllrose sowie Nicole Bock (Jugend) und Junior Michael Franke in Rostock jeweils Silber. Als Ligameister stiegen die Damen von Stahl Maxhütte mit Gabi Möslein, Anke Meckel, Andrea Wende und Nicole Bock in die Oberliga der Damen auf.


Internationales Turnier der sozialistischen Länder in Könitz

Im Jahr des 40. Gründungsjubiläum der BSG Stahl Maxhütte fand mit dem 13. Internationalen Turnier der sozialistischen Länder vom 12.-19. September das wohl für alle Zeiten größte Turnier in Könitz statt. Mit dem Ort war zum ersten Mal eine kleine Gemeinde Ausrichter dieses bedeuteten Turniers. Daran nahmen die Nationalmannschaften aus der UdSSR, CSSR, Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und der DDR teil. Schirmherr und Vorsitzender des Vorbereitungskomitees war – wie damals üblich bei großen Veranstaltungen - Hermann Schulz, der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung. Um den Teilnehmern optimale Bedingungen zu bieten, wurde mit Unterstützung vor allem der Maxhütte, der Gemeinde und hunderter freiwilliger Stunden der Vereinsmitglieder ein Sportlerheim gebaut und danach dem Verein zur Dauernutzung übergeben. (Bild 13)

Bild 13
1988 – Bau des Sozialgebäudes

Der Bau dieses Gebäudes war sicher die wichtigste bauliche Veränderung. Dazu kam aber auch die Betonierung der Schützenlinie, die Verbreiterung des Platzes für 26 Scheiben, die Verkleidung des Kampfrichterhauses, Anzeigetafeln für jede Scheibe, die Planierung des Vorplatzes, die Montage von Fahnenstangen und als Besonderheit die selbstentwickelten elektronischen Zeitanzeigetafeln – so etwas gab es bis dahin noch auf keinem Bogenplatz der DDR. Eine besondere Herausforderung war, dass das Turnier nach dem sog. Grand-FITA-Modus ausgerichtet wurde, die einzelnen Ausscheidungsrunden immer auf den vier Entfernungen ausgeschossen wurden und das permanente Umräum- und Ausrichtarbeit für das Platzkommando bedeutete. Das wurde auch – Dank der von Jürgen Todtenhöfer konstruierten Scheibentransportwagen - immer in rekordverdächtiger Zeit erledigt. (Bild 14)

Bild 14
1988 – Scheibenkommando beim Int. Turnier;

"Viele Hände schaffen schnelles Ende"


Damalige Frage der „Volkswacht“ an Frank Burmeister, den Sportbüroleiter der BSG Stahl und Gesamtleiter des Turniers, was denn die in- und ausländischen Gäste neben den sportlichen Wettkämpfen erwartet: „Die Sportler aus den sozialistischen Ländern sind im Zentralen Pionierlager Dittrichshütte untergebracht, die Starter aus der DDR im Bootshaus am Alter. Nach den täglichen Wettkämpfen stehen Stadtbesichtigungen von Saalfeld und Rudolstadt, eine Bootsfahrt auf der Hohenwarte sowie ein Besuch der Feengrotten  auf dem Programm. Es wird den 36 ausländischen und 24 DDR-Startern also nicht an Abwechslung fehlen.“    
Das Programm war für heutige Verhältnisse sehr gestreckt, aber damals wurde auf ein kulturvolles Rahmenprogramm großer Wert gelegt. Am 14./15. September wurde mit jeweils zwei Entfernungen die FITA-Runde als Vorrunde geschossen. 26 Schützen lagen über der 1200-Ringe-Grenze, das war schon ein hervorragendes Niveau. Nach Achtel- und Viertelfinale am dritten Wettkampftag hatten sich 12 Schützen für das Halbfinale qualifiziert. Dort bleiben mit Angelika Berg (Schlema) und Christine Karzek (Berlin) nur zwei Aktive des Gastgeberlandes im Rennen. Große Aufregung im DDR-Team und unter den Zuschauern im Herrenwettbewerb: Zwei Treffer auf der Nachbarscheibe kosteten DDR-Rekordmeister Peter Schäk die sichere Finalteilnahme. Im Finale, nach 288 Pfeilen, gewannen schließlich Diana Nicolaescu (Rumänien) und Iwan Jotow aus Bulgarien, beste Schützin des Gastgeberlandes war Angelka Berg auf Rang 4. Letzten Nervenkitzel brachte ein Stechen um Platz 3 bei den Herren. Die Mannschaftsfinals am Schlusstag gewannen bei einsetzender Sonne die beiden UdSSR-Mannschaften, das DDR-Damentrio Berg, Ezold und Jahn holte mit Rang 2 die langersehnte Medaille.  
Überall fand das Turnier Lob und Anerkennung. „Eine Bogensportanlage auf Weltniveau“, betonte der UdSSR-Athlet Josif Fainstein, der seit 1969 bei allen WM dabei war. „Eine perfekt präparierte Wettkampfanlage und das bisher bestorganisierte Turnier“, lobte der bulgarische Sieger Ivan Jotow. Auch von den Offiziellen, die sich besonders für die Scheibenwagen und die Zeitanzeige interessierten, war damals nur Anerkennendes zu hören. Auch das gehörte damals nach Erfolgen dazu: Bei der Abschlussveranstaltung im Kulturpalast der Maxhütte erhielt Jürgen Todtenhöfer die höchste Auszeichnung des Verbandes, die „Ehrenplakette des DBSV“ und resümierte: „Wir haben das Beste mit unseren Möglichkeiten versucht und sind stolz darauf, mit einer perfekten Wettkampfanlage sowie einem reibungslosen Verlauf unseren Verband international würdig vertreten zu haben. Mein Dank gilt allen, die viele Stunden Freizeit dafür geopfert haben. Die Zufriedenheit alles Gäste ist unser schönster Lohn.“       


Die große Reisefreiheit und ein Olympiasieger in Könitz


Das „Wendejahr“ 1989 begann mit „Freudentränen aufs Gold“, wie die „Volkswacht“ schrieb, von Andrea Weihe bei den DDR-Hallenmeisterschaften in Heiligenstadt. „Die 13jährige errang mit 545 Ringen in der AK 12/13 einen unangefochtenen Meistertitel. Andrea bestach im von ihrer Schwester Silke betreuten Wettkampf vor allem durch Nervenstärke und siegte am Ende souverän mit zehn Ringen Vorsprung.“ Silke sicherte sich dann in Suhl bei den Juniorinnen ebenfalls eine Medaille: Bronze im Finale der AK 16/18. Die Damenmannschaft mit Gabi Möslein, Anke Meckel und Silke Weihe, die dabei ihren einfachen FITA-Stern schoss, holte in Jena den Thüringenpokal. Das Turnier um den „Pokal des Gemeindeverbandes Unterwellenborn“, so die korrekte Bezeichnung, lockte 50 Bogenschützen nach Könitz – und auch erste „Späher“ aus dem Westen der Republik. Über Umwege lasen die Könitzer später einen ausführlichen Bericht über das Turnier in der (westdeutschen) Zeitschrift „Sehnengebrumm“. Der Letztplazierte beim Gemeindepokal bekam übrigens jahrelang immer eine Salami überreicht. Ein besonders ehrgeiziger Schütze verstand das mal als Affront und verließ wutentbrannt den Platz … seit dem hat man diese gut gemeinte Geste lieber abgeschafft.

Bild 15
1989 – DDR-Vizemeister

           Christiane Schmidt, Andrea Weihe und Vera Todtenhöfer

Bei den DDR-Jubiläumsmeisterschaften des DBSV am Gründungsort Zittau belegten Gabi Möslein und Carsten Kühn jeweils Rang 4 im Grand-FITA-Modus. Vera Todtenhöfer holte sich in Leuna mit 610 Ringen den DDR-Meistertitel der AK 12/13 und gewann mit Andrea Weihe und „Chrisi“ Schmidt Silber in der Mannschaft. (Bild 15)
Kirsten Baier wurde in Jena Jugendmeisterin und Juniorin Silke machte mit genau 1100 Ringen auf Platz 4 eine Punktlandung für den schwarzen FITA-Stern. In der letzten DDR-Oberligasaison mit vier Runden wurden von den Silber gewinnenden Damen „alle Hoffnungen übertroffen“, wie „Unsere Hütte“ schrieb. „Anke Meckel und Silke Weihe machten einen Leistungssprung von rund 150 Ringen, Anke rückte sogar in den Kader der Nationalmannschaft mit Fernziel WM 1991 auf.“ Aber die Geschichte nahm einen anderen Lauf. Die Grenzöffnung im November 1989 machte Sportbeziehungen zur BRD möglich. Sicher als einer der ersten DDR-Bogenschützen überhaupt schoss Jürgen Todtenhöfer Anfang Dezember in München ein Hallenturnier mit, in der Halle herzlich begrüßt und beäugt, wie die „von drüben“ denn so schießen. Eine Woche später war Jürgen mit Tochter Vera gleich beim nächsten Turnier in Bingen am Rhein.

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